Arbeitsmodelle: Die große Übersicht für Unternehmer

Wollte man früher einen Arbeitnehmer von seinem Unternehmen überzeugen, hat man ihn mit einem satten Gehalt und weiteren Benefits, wie z.B. einem Dienstwagen, geködert. Inzwischen haben sich die Anforderungen an einen attraktiven Job aber deutlich geändert.

Die Work-Life-Balance steht für viele Personen im Vordergrund. Oftmals wird diese immer größere werdende Gruppe von Menschen als „New Worker“ bezeichnet. Sie sind die Vorreiter einer Generation, die aus dem bekannten 9-to-5-Schema ausbrechen möchte und keine Karriere „um jeden Preis“ anstrebt.

Als Unternehmer musst Du dich unbedingt mit flexiblen und modernen Arbeitsmodellen auseinandersetzen, damit Du als Arbeitgeber interessant bleibst und weiterhin die besten Kandidaten für Dein Unternehmen gewinnst.

In diesem Beitrag stelle ich Dir daher verschiedene Arbeitsmodelle vor, die Du mit Sicherheit sehr gut in deinem Unternehmen implementieren kannst. Dabei gehe ich auf die Vorteile der verschiedenen Arbeitsmodelle ein und erkläre, wann welches Modell am besten eingesetzt werden kann, um die Produktivität zu fördern.

Die beliebtesten Arbeitsmodelle auf einen Blick

Zunächst schauen wir uns einmal an, welche unterschiedlichen Arbeitsmodelle ich Dir im Folgenden präsentieren werde. Die Liste ist tatsächlich ziemlich lang. Ein paar Begriffe wirst du aber sicher schon einmal gehört haben:

Manche der Modelle kann man leicht verwechseln, weil sie den Arbeitnehmer auf ähnliche Weise motivieren. Zudem sind auch Kombinationen verschiedener Arbeitsmodelle möglich.

Übrigens: Die Gleitzeit fehlt ganz bewusst in dieser Liste, weil ich davon ausgehe, dass flexible Arbeitszeiten (in einem gewissen Rahmen) heutzutage ohnehin der Standard sein sollten. Wer seine Mitarbeiter in ein starres Korsett zwingt und Ihnen gar keine Freiheiten gibt, hinkt der Zeit hinterher.

Du wirst nun im Detail jeden Ansatz kennenlernen und kannst dann entscheiden, welche Arbeitsmodelle für Dein Unternehmen am besten geeignet sind und auf welche Weise Du damit beginnen möchtest, sie Deinen Mitarbeitern anzubieten.

Home Office

Das Home Office gehört schon zu den „alten Hasen“ unter den modernen Arbeitsmodellen und wird in vielen Unternehmen bereits seit Jahren erfolgreich eingesetzt. Die Möglichkeit von zuhause aus zu arbeiten ist für Mitarbeiter attraktiv, die zuhause Kinder versorgen müssen, einen langen Fahrtweg haben oder Termine im Laufe des Tages wahrnehmen müssen.

Die zunehmende Digitalisierung macht das Arbeiten im Home Office immer einfacher möglich. Über Programme wie Microsoft Teams, Slack oder Zoom bleibt der zuhause arbeitende Arbeitnehmer mit seinen Kollegen verknüpft und kann ganz normal an Meetings teilnehmen. Zudem muss sichergestellt werden (z.B. über ein VPN), dass der Mitarbeiter auf alle relevanten Dateien und Anwendungen von zuhause aus zugreifen kann.

Welche Vorteile bietet das Arbeitsmodell „Home Office“?

Viele Mitarbeiter schätzen die Flexibilität in der Zeiteinteilung, die ihnen das Home Office bietet. Zudem sind Ablenkungen durch andere Mitarbeiter ausgeschlossen – vor allen Dingen dann, wenn ansonsten im Großraumbüro gearbeitet wird.

Im Home Office kann man auch einfach mal über den gesamten Tag hinweg arbeiten und immer wieder Pausen einlegen. Man schaut nicht ständig auf die Uhr und überlegt sich, wann man zuhause sein möchte, weil man eben bereits zuhause ist.

Worauf muss beim Arbeitsmodell „Home Office“ geachtet werden?

Aus Sicht des Arbeitgebers funktioniert dieses Modell auf Vertrauensbasis. Ich empfehle Dir, dass Du das Arbeitsmodell schrittweise einführst und vielleicht zunächst einmal nur einen Tag pro Woche im Home Office zulässt. Wenn Du das Gefühl hast, dass das System nicht ausgenutzt wird, kannst Du deinen Mitarbeitern auch mehr Flexibilität einräumen.

Übrigens: Auch als Chef kann man durchaus mal im Home Office arbeiten. Natürlich solltest Du in deiner Funktion als Vorgesetzter für Mitarbeiter erreichbar sein. Allerdings funktioniert das Einführen von flexiblen Arbeitsmodellen am besten, wenn sie für jeden Kollegen gelten – vom Werkstudenten bis zum Geschäftsführer.

Remote Work

Bei Remote Work handelt es sich um eine weiterentwickelte Form des Home Office. Hierbei forderst Du als Chef keinerlei Präsenzpflicht mehr von deinen Mitarbeitern ein. Eine solche Organisation des Arbeitsalltags setzt ein hervorragendes Projektmanagement voraus und bietet sich definitiv nicht für jede Branche an.

Allerdings solltest Du einmal ganz kritisch hinterfragen, aus welchen Gründen ihr euch eigentlich zwangsläufig sehen müsst, um erfolgreich gemeinsam zu arbeiten. Wenn du darauf keine Antwort findest, was insbesondere für digitale Branchen gelten könnte, könnte Remote Work eine Idee wert sein.

Welche Vorteile bietet das Arbeitsmodell „Remote Work“?

Wer ohne Präsenz arbeitet, kann sich bei extremer Auslegung des Arbeitsmodells die Büroräume einsparen bzw. diese auf ein Minimum reduzieren. Darüber hinaus gibt dieses Modell allen Beteiligten ein Maximum an Flexibilität und kann die Produktivität jedes Mitarbeiters deutlich verbessern, sofern alles fair bleibt und die geringen Kontrollmöglichkeiten nicht ausgenutzt werden.

Worauf muss beim Arbeitsmodell „Remote Work“ geachtet werden?

Damit das Team nicht die Bindung zueinander verliert, sollten regelmäßig virtuelle Meetings abgehalten werden oder zumindest ein Austausch im Chat erfolgen. Ähnlich wie im Home Office muss auch hier sichergestellt sein, dass alle Mitarbeiter auf relevante Programme und Server zugreifen können.

Darüber hinaus sollten trotz der geringen persönlichen Vernetzung Feedback-Gespräche nicht ausbleiben und auch Zielvereinbarungen sollten getroffen und auf ihre Erreichung hin überprüft werden. Nur so lässt sich das Arbeitsmodell erfolgreich einsetzen.

Coworking Space

Gerade für junge Unternehmen ist es häufig nicht so einfach, eine geeignete Bürofläche zu finden. Ein Coworking Space eignet sich als Übergangslösung ideal, wird von vielen Unternehmen aber inzwischen auch als permanente Lösung bevorzugt.

Der Grund liegt in der Flexibilität begründet. Coworking Spaces sind in der Regel nicht an lange Vertragslaufzeiten gebunden. Zudem können Unternehmen bei Bedarf immer spontan 2-3 zusätzliche Arbeitsplätze extra buchen, wenn in einem Monat mal mehr Bedarf anfällt.

Welche Vorteile bietet das Arbeitsmodell „Coworking Space“?

In einem Coworking Space zu arbeiten hat für viele Mitarbeiter schon einmal den Vorteil, dass diese Gemeinschaftsbüros normalerweise sehr zentral gelegen und damit gut erreichbar sind. Zudem bieten Coworking Spaces häufig große Gemeinschaftsräume. Die Anwesenheit anderer Unternehmen kann sehr gesellig sein und den Austausch fördern.

Der Coworking Space ist zudem ein perfektes Backup, um Home Office bzw. Remote Work breiflächig im Unternehmen auszurollen. Es reicht vermutlich aus, wenn Du ein paar Schreibtische oder ein kleines Büro buchst. So viele Mitarbeiter werden parallel nie vor Ort sein. Das spart Geld und erlaubt es Dir trotzdem, weiter zu wachsen.

Worauf muss beim Arbeitsmodell „Coworking Space“ geachtet werden?

Grundsätzlich unterscheidet sich die Arbeitsweise im Coworking Space nicht besonders von der Art und Weise, wie man auch in einem eigenen Büro arbeiten würde. Da es aber so viele Coworking Spaces am Markt gibt, solltest Du Dir Anfangs aber auf jeden Fall genug Zeit bei der Suche nehmen.

Finanzielle Aspekte spielen ebenso eine Rolle, wie die Erreichbarkeit des Coworking Spaces für deine Mitarbeiter sowie die Flexibilität der Vertragsbedingungen. Achte darauf, dass sich Deine Mitarbeiter mit dem Coworking Space identifizieren können und gerne dort arbeiten möchten.

Job Sharing

Was früher „Teilzeit“ genannt wurde, heißt heute eher „Job Sharing“. Bei diesem Arbeitsmodell handelt es sich um einen Ansatz, bei dem sich typischerweise zwei Arbeitnehmer die Aufgaben teilen, die ansonsten von einer Person in Vollzeit übernommen werden würden.

Zunächst gibt es das sogenannte „Job Splitting“, bei dem beide Mitarbeiter ihre geteilte Tätigkeit an verschiedenen Tagen in der Woche ausüben und somit relativ unabhängig voneinander arbeiten.

Andererseits gibt es auch das „Job Pairing“, bei dem sich die in Teilzeit arbeitenden Mitarbeiter vor Ort über gemeinsame Projekte abstimmen und somit nicht komplett isoliert arbeiten.

Welche Vorteile bietet das Arbeitsmodell „Job Sharing“?

Job Sharing eignet sich für alle, die besonders viel Wert auf ihre Work-Life-Balance legen. Wenn sich zwei Mitarbeiter einen Aufgabenbereich teilen, kann dies für einen hohen Effizienzgewinn sorgen. Sollte ein Mitarbeiter mal nicht so gut performen, kann es der andere auffangen.

Auch werden diese beiden Personen nur in Ausnahmefällen gemeinsam Urlaub nehmen oder gleichzeitig krank sein. Somit kommen die Ziele nie ins Stocken und die Produktivität wird das gesamte Jahr über aufrecht erhalten.

Worauf muss beim Arbeitsmodell „Job Sharing“ geachtet werden?

Du musst bedenken, dass es sich bei den beiden Mitarbeitern trotzdem noch um einzelne Arbeitnehmer handelt. Stelle sicher, dass Du ihre Leistung nicht nur im Kollektiv, sondern auch individuell beurteilen kannst.

Insbesondere darf es nicht passieren, dass ein „halber Mitarbeiter“ das Gefühl hat, er würde mehr tun, als sein Gegenstück. Sonst leidet zwangsläufig die Motivation darunter.

Job Rotation

Wenn ein Mitarbeiter nicht gemäß seiner eigenen Fähigkeiten und Leistungskraft eingesetzt wird, kann dies dramatische Folgen haben. Dann droht entweder ein Burnout oder auch ein Boreout.

Beim Burnout fühlt sich der Mitarbeiter ausgebrannt und kraftlos, weil er kontinuierlich überfordert ist. Das Boreout hat zwar ähnliche Symptome, aber eine andere Ursache. Auch hier fühlt sich der Mitarbeiter antriebslos. Allerdings ist dies auf eine dauerhafte Unterforderung zurückzuführen.

Das Arbeitsmodell „Job Rotation“ kann eine Lösung sein, damit nicht jeder Angestellte immer das Gleiche tun muss. Bei der Job Rotation wechselt man regelmäßig die Aufgabenbereiche oder auch sogar ganze Abteilungen.

Welche Vorteile bietet das Arbeitsmodell „Job Rotation“?

Ein großer Vorteil liegt nicht nur in der Burnout- und Boreout-Prophylaxe. Als Unternehmer gibt Dir die Job Rotation die Möglichkeit dazu, das Potential Deiner Mitarbeiter besser zu evaluieren. Durch die erzwungenen Wechsel der Aufgabenbereiche kann sich auf einmal herausstellen, dass die Stärken einer Person an ganz anderer Stelle liegen, als bisher vermutet.

Zudem kann auch vermutet werden, dass die Job Rotation für ein besseres Verständnis der Zusammenhänge im Unternehmen auf Seiten der Mitarbeiter sorgt. Wenn man weiß, was in anderen Abteilungen gearbeitet wird, steigert dies die Wertschätzung untereinander.

Worauf muss beim Arbeitsmodell „Job Rotation“ geachtet werden?

Natürlich kann nicht jeder Mitarbeiter wahllos auf jede Position gesetzt werden. Hier musst Du Fingerspitzengefühl beweisen und dafür sorgen, dass Angestellte nicht auf einmal mit Aufgaben konfrontiert werden, die sie gar nicht lösen können.

Am besten besprichst Du im Vorfeld mit jedem Mitarbeiter genau, welche Tätigkeiten er sich zutrauen würde und ob es bestimmte Bereiche gibt, in die er (oder sie) schon immer einmal hineinschnuppern wollte.

6-Stunden-Tag

Nachdem das klassische 9-to-5 in vielen Unternehmen bereits Geschichte ist, wird auch die Sinnhaftigkeit eines Arbeitstages mit 8 Stunden Länge immer stärker angezweifelt. Ich möchte damit nicht sagen, dass man hin und wieder nicht 8 Stunden pro Tag (oder sogar länger) produktiv arbeiten kann. Allerdings erscheint es sinnlos, dass Du Deine Mitarbeiter krampfhaft für 8 Stunden im Unternehmen festhältst, obwohl sie heute nichts Vernünftiges mehr leisten können.

Der 6-Stunden-Tag kann z.B. vorsehen, dass Mitarbeiter ihr Pensum bis zur Mittagspause durchziehen und danach nur noch einfachere Tätigkeiten ausführen, die das häufig auftretende Tief nach dem Mittagessen überbrücken. Die Mitarbeiter kommen schneller nachhause, sind nicht demotiviert und trotzdem (absolut gesehen) mindestens genauso produktiv.

Welche Vorteile bietet das Arbeitsmodell „6-Stunden-Tag“?

Die Einführung eines 6-Stunden-Tages verhindert, dass Deine Mitarbeiter die letzten 2 Stunden des Tages nur noch „absitzen“, ohne wirklich produktiv zu sein. Natürlich könnte man jetzt argumentieren, dass das Gleitzeit-Modell genau für solche Fälle geschaffen wurde. Allerdings wird kaum jemand 2 angesammelte Stunden aufgeben, nur weil er sich nicht mehr so produktiv fühlt und diese an einem anderen Tag nachholen.

Wenn Du von Beginn an die Arbeitszeit auf 6 Stunden pro Tag verkürzt, kann dies die Motivation so sehr beleben, dass nicht nur die Produktivität pro Arbeitsstunde steigt, sondern auch der absolute Output angehoben wird, weil die Mitarbeiter allgemein zufriedener sind.

Worauf muss beim Arbeitsmodell „6-Stunden-Tag“ geachtet werden?

Wichtig ist natürlich, dass Zielvorgaben genau definiert werden und dabei schon zuversichtlich von einer Steigerung der Produktivität ausgegangen wird. Du darfst nicht den Fehler machen, dass Du deinen Mitarbeitern aufgrund der reduzierten Arbeitszeit auch deutlich weniger Aufgaben gibst.

Sonst wird schnell der Effekt eintreten, dass Deine Mitarbeiter ihre Arbeitsgewohnheiten wieder anpassen und die Produktivität dann eher der eines 4-Stunden-Tages gleicht, weil wieder die letzten Stunden des Tages nur noch „abgesessen“ werden.

4-Tage-Woche

Eng verwandt mit dem 6-Stunden-Tag ist die 4-Tage-Woche. Das Grundprinzip dahinter ist gleich. Allerdings hat die 4-Tage-Woche den zusätzlichen Vorteil, dass den Arbeitnehmern noch mehr Zeit zur Selbstverwirklichung bleibt – z. B. in Form eines spontanen, verlängerten Wochenendes.

An den anderen Tagen wird allerdings von einer Arbeitszeit von 8 Stunden ausgegangen. Dann drohen wieder die typischen Folgen, die ich Dir im vorherigen Abschnitt erläutert habe. Es lässt sich also nicht genau sagen, welche Maßnahme die sinnvollere ist.

Welche Vorteile bietet das Arbeitsmodell „4-Tage-Woche“?

Sehr praktisch für Arbeitnehmer ist natürlich die Tatsache, dass ein ganzer Tag wegfällt. Mit zwei Stunden pro Tag hat man noch nicht viel gewonnen, aber mit einem extra Tag in der Woche kann man sich schon richtig gut erholen.

Worauf muss beim Arbeitsmodell „4-Tage-Woche“ geachtet werden?

Die Produktivität muss unbedingt im Auge behalten werden. Ein weggefallener Arbeitstag reduziert häufig unweigerlich den absoluten Output. Daher solltest du Deine Prozesse genau prüfen, um effizienter zu arbeiten – auch durchaus mit höherer Belastung an den vier Arbeitstagen.

Zudem musst Du sicherstellen, dass nicht alle Mitarbeiter ihren freien Tag am Freitag einsetzen. Achte darauf, dass dein Unternehmen an allen Wochentagen gut besetzt ist, um dem Tagesgeschäft nachgehen zu können.

Arbeiten auf Vertrauensbasis

Ein relativ neuer Ansatz ist das Arbeiten auf Vertrauensbasis. Dabei handelt es sich nicht um ein klassisches Arbeitszeitmodell, sondern um ein Arbeitsergebnismodell. Die Idee dahinter ist, dass Arbeitnehmer selbst ihre Arbeitszeit bestimmen können und nur an dem Erreichen bestimmter Ziele gemessen werden.

Ein solcher Ansatz erfordert (wie es der Name bereits impliziert) großes Vertrauen seitens des Arbeitgebers in den Arbeitnehmer. Es kann dann aber sehr motivierend sein und die Produktivität und Zufriedenheit deutlich steigern.

Welche Vorteile bietet das Arbeitsmodell „Arbeiten auf Vertrauensbasis”?

Der Mitarbeiter hat seine Arbeitszeit selbst in der Hand und kann voll und ganz entscheiden, wie er diese einsetzt, um seine Ziele zu erreichen. Wer sich am Freitag mal früher frei nehmen möchte, kann einfach mit doppeltem Einsatz arbeiten und darf sich dann über seine neu gewonnene Freiheit freuen.

Zudem ist das System sehr transparent für Arbeitgeber und Arbeitnehmer, sofern die Ziele realistisch gesetzt sind und allgemein zur Art der Beschäftigung passen. Wer im Telefonsupport arbeitet, kann in der Regel nicht auf Vertrauensbasis arbeiten.

Worauf muss beim Arbeitsmodell „Arbeiten auf Vertrauensbasis“ geachtet werden?

Als Arbeitgeber musst Du ganz genau wissen, welche Ziele jeder Deiner Mitarbeiter erreichen muss. Das ist manchmal gar nicht so einfach, da viele Vorgaben nur von mehreren Kollegen im Kollektiv erreicht werden können.

Zudem musst Du Dir genau überlegen, ob Du allen Mitarbeitern diese Recht einräumst oder Dich dabei auf bestimmte Gruppen beschränkst. Mit einem Arbeitsmodell auf Vertrauensbasis setzt Du ein hohes Maß an Eigenverantwortlichkeit bei deinen Mitarbeitern voraus.

Sabbatical

Das sogenannte Sabbatical (auch: Sabbatjahr) ist ein spezielles Arbeitsmodell, das Mitarbeitern, die sich eine lange Auszeit wünschen, den Wiedereinstieg nach dem ausgiebigen Urlaub verspricht. In dieser Zeit kann das Gehalt entweder (teilweise) weiter bezahlt oder ausgesetzt werden.

Letzteres ist dann üblich, wenn der Mitarbeiter schon eine lange Zeit bei Dir im Unternehmen beschäftigt war. Wer weniger als 5 Jahre für Dich arbeitet, sollte zumindest keinen Anspruch auf ein bezahltes Sabbatjahr haben.

Welche Vorteile bietet das Arbeitsmodell „Sabbatical”?

Ein Sabbatical hat auf den ersten Blick nur Vorteile für den Arbeitnehmer – schließlich bekommt er mehrere Monate lang Urlaub zugesichert. Allerdings kann es sich auch für Dich lohnen, einem Mitarbeiter ein Sabbatjahr zuzugestehen.

Vielleicht fühlt sich der Mitarbeiter leer und sehnt sich nach einer neuen Herausforderung. Erachtest Du diesen Mitarbeiter aber als sehr wertvoll für Dein Unternehmen, kannst Du ihm ein Sabbatical anbieten und so Deine Wertschätzung ausdrücken.

Worauf muss beim Arbeitsmodell „Sabbatical“ geachtet werden?

Wichtig ist, dass genau geklärt ist, wie es nach dem Sabbatical weitergeht. Dein Ziel ist es natürlich, dass der Mitarbeiter gestärkt und voller Motivation zurückkehrt. Das sollte schriftlich fixiert werden, denn in einer solch langen Zeit kann viel passieren.

Daher ist es auch wichtig, dass Du den Kontakt zu Deinem Mitarbeiter nicht verlierst. Nerve ihn nicht mit Geschäftlichem, aber lasse ihn erkennen, dass Du weiterhin an ihn denkst. So bleibt eure emotionale Bindung aufrecht.

Unbegrenzter Urlaub

Ähnlich wie das Arbeiten auf Vertrauensbasis, aber nicht so extrem wie das Sabbatical ist der unbegrenzte Urlaub. Damit ist natürlich nicht gemeint, dass sich der Mitarbeiter ohne Absprache so viel frei nehmen kann, wie er möchte.

Stattdessen gibst Du dem Arbeitnehmer selbst die Freiheit zu entscheiden, wann und in welcher Länge er Urlaub nimmt. Voraussetzung ist natürlich, dass der Arbeitnehmer seine Ziele erreicht.

Welche Vorteile bietet das Arbeitsmodell „unbegrenzter Urlaub”?

Der Mitarbeiter hat natürlich den großen Vorteil, dass er bei Bedarf immer eine Auszeit nehmen kann, sofern es nicht mit der Zielerreichung im Konflikt steht.

Wenn das Verhältnis von beiden Seiten vernünftig eingehalten wird, kann das aber auch bedeuten, dass der Arbeitnehmer seinen Urlaub nicht nimmt, weil er ihn nehmen muss.

Worauf muss beim Arbeitsmodell „unbegrenzter Urlaub“ geachtet werden?

Die Definition der Ziele ist wieder ganz wichtig. Ansonsten kann es vorkommen, dass der Mitarbeiter die Vereinbarung ausnutzt. Du solltest dir wieder gut überlegen, welchen Angestellten du ein derartig hohes Maß an Eigenverantwortlichkeit zutraust.

Zudem muss der gesetzliche Urlaubsanspruch dennoch im Vertrag geregelt sein. Du musst also festlegen, wie viel Urlaub dem Arbeitnehmer per Vertrag grundsätzlich zusteht. Das ist z.B. wichtig wenn es – im Falle einer Kündigung – um den Resturlaub geht. Alles andere ist aber Vereinbarungssache.

Fazit zu Arbeitsmodellen

Abschließend lässt sich festhalten, dass es inzwischen diverse neue Arbeitsmodelle gibt, die alle unterschiedliche Vorteile aufweisen, aber auch eine gewisse Achtsamkeit seitens des Arbeitgebers erfordern.

Flexible Arbeitszeitmodelle funktionieren häufig auf Vertrauensbasis und setzen voraus, dass Du als Unternehmer dazu in der Lage bist, Ziele vernünftig zu definieren und deren Einhaltung zu überprüfen.

Manche Modelle lassen sich zudem kombinieren (z.B. 4-Tage-Woche und Recht auf Sabbatical), um die Bedingungen für den Arbeitnehmer noch attraktiver zu gestalten. Dabei sollte aber immer genau überlegt werden, wem welche Arbeitsmodelle angeboten werden.

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